Zoonose & wie wir zukünftige Pandemien verhindern

Hey ihr Lieben! Wie ihr bereits am Titel erkennen könnt, geht es bei mir heute (leider) nicht um Rezepte und Essen, sondern um Zoonose. Ich bin eigentlich totale Befürworterin für die Bewahrung von „Normalität“ in schlechten Zeiten. Dennoch wollte ich die Gelegenheit dieser komischen Zeit, in der wir uns gerade befinden, nutzen, um Aufklärung zu schaffen über Pandemien wie den Coronavirus. Juhu – fun times! Aber jetzt mal ohne Witz – wenn nicht jetzt, wann dann? Ich glaube wir alle würden uns ein bisschen besser fühlen, wenn wir selbst etwas dazu beitragen können, um solche Situationen zukünftig zu vermeiden. Und dafür bin ich ja da 🙂 Let’s go!

Es tut mir leid, dass ich jetzt genau das mache, was von mir als Veganer erwartet wird: mich über die gegenwärtige Beziehung zwischen Mensch und Tier aufregen. Bitte nicht gleich abwenden und das ganze verurteilen – ich versuche tatsächlich bloß zu helfen.

Cool, thanks :). Also: um zukünftige Pandemien zu verhindern, müssen wir unsere Beziehung zur Tierwelt so wie sie im Moment ist, ändern. Da gibt’s nix dran zu rütteln.

Matheus Queiroz

Zoonose

Jetzt, wo wir alle in Quarantäne zu Hause hocken, stellt sich vielen von uns die Frage, wie wir überhaupt in dieses Coronavirus-Chaos geraten sind. Die Antwort dafür lautet „Zoonose“. Das Wort stammt aus dem Griechischen zōon „Tier“ + nosos „Krankheit“ und wird als eine Krankheit definiert, die von Tieren auf den Menschen übertragen wird. Ich glaube es ist safe to say: Zoonose ist etwas, was wir nicht wollen.

In einem Artikel für die Wildlife Conservation Society (WCS)  über Zoonose, schreiben Amanda Fine und Aili Kang, dass sich Schätzungen zufolge weltweit jedes Jahr etwa eine Milliarde Fälle von Krankheiten in Menschen und Millionen Todesfälle durch Zoonosen ereignen. Rund 60 Prozent der weltweit gemeldeten neu auftretenden Infektionskrankheiten sind Zoonosen, und von den mehr als 30 neuen humanpathogenen (Organismen physikalischer oder chemischer Natur, die in der Lage sind, beim Menschen Krankheiten hervorzurufen) Erregern, die in den letzten drei Jahrzehnten entdeckt wurden, stammen 75 Prozent von Tieren.

Coronavirus fällt ebenso wie SARS, Ebola und MERS in die Kategorie der Zoonose. Was ich bis vor Kurzem nicht wusste, ist, dass der Mensch sich erstmals durch Schimpansen mit HIV infiziert hatte, indem er diese geschlachtet und verzehrt hat.  HIV haben wir uns also dementsprechend selbst zuzuschreiben. Die Grippe von 1918, an der bis zu 50 Millionen Menschen starben, hatte ihren Ursprung in Vögeln.

Leider wissen wir nicht viel über Zoonosen. Fine und Kang schreiben, dass Forscher schätzen, dass Säugetiere und Vögel mehr als 1,6 Millionen unbekannte Virusarten enthalten, von denen 700.000 ein Krankheitsrisiko für den Menschen darstellen könnten Ich finde das absolut faszinierend…auf die schlechte Art.

In der Zwischenzeit müssen wir uns auch mit der Zerstörung des Ökosystems befassen. In den letzten Jahrzehnten gab es einen stetigen Anstieg neuer zoonotischer Viren. Während Menschen immer wild lebende Tiere getötet und Lebensräume zerstört haben, sind wir jetzt halt so viele wie noch nie zuvor. Sieben Milliarden Menschen auf einem Planeten, mit größeren Werkzeugen, größerem Hunger und größerer Mobilität drängen wir wie nie zuvor in die Wildnis, und eines der Dinge, die wir dort finden, sind neue Infektionen. Und sobald wir eine neue Infektion erworben haben, ist die Chance es global zu verbreiten naütrlich auch größer als je zuvor.

Wenn sich das Verhalten des Menschen nicht ändert, ist eine neue Pandemie vorprogrammiert. Die Häufigkeit des Auftretens von „zoonotischem Spillover“ hat in den letzten Jahrzehnten extremst zugenommen. Dies liegt an der Art und Weise, wie wir mit Wildtieren interagieren.

All diese Dinge sind in den letzten 50 oder 60 Jahren passiert. Wir leben in einer völlig anderen Welt. Wir haben uns ein völlig unnatürliches Ökosystem geschaffen, und dies führt zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, dass neuartige Krankheitserreger von Wildtieren auf Menschen übertragen werden.

Es ist unsere Schuld, nicht die der Fledermäuse

Fledermäuse haben aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften ein Immunsystem, welches ihnen ermöglicht, viele Viren zu beherbergen, ohne dass diese Viren Krankheiten verursachen. Das Problem ist, dass wir Menschen, wenn wir mit Wildtieren umgehen oder in engen Kontakt mit ihnen kommen, Gefahr laufen, dass die Krankheitserreger – Viren, Bakterien, Parasiten und Pilze -, die sie beherbergen, überlaufen. Während die Krankheitserreger die Tiere selbst nicht krank machen, haben Menschen nicht die gleiche Immunität und können daher krank werden.

Natürlich wäre es jetzt leicht, der Fledermaus die Schuld für alles zu geben. Leider Gottes ist es aber wie meist: Es ist nicht die Schuld der Fledermäuse, sondern die des Menschen.  Der Mensch hat eine Umgebung geschaffen, in der der Mensch mit vielen Wildtierarten in Kontakt steht und allein deswegen kann die Fledermaus überhaupt Viren auf uns übertragen. Es ist unsere Beziehung zu Wildtieren und wie wir unseren Planeten behandeln, die uns das ganze eingebrockt hat und auch in Zukunft zu weiteren Pandemien á la Coronavirus führen wird. Wir müssen also unbedingt unsere Beziehung zu Wildtieren ändern und aufhören unsere Umwelt zu zerstören, damit für uns gefährliche Zoonosen überhaupt gar nicht mehr möglich sind.

Was tun, um Zoonose zu verhindern?

Was also tun, angesichts eines so großen, unbekannten und unvorhersehbaren Universums von Zoonoseerregern? Die Autoren des Artikels sind der festen Überzeugung, dass die Begrenzung der Kontaktmöglichkeiten zwischen Mensch und Wildtier der effektivste Weg ist, um das Risiko des Auftretens neuer Zoonosekrankheiten zu verringern. Klingt logisch.

Und was bedeutet das genau? Drei Dinge:

  • Der Handel mit Wildtieren muss aufhören,
  • der Verzehr von Wildtieren muss verboten werden und
  • der Naturschutz muss extremst ernst genommen werden.

Dr. Christian Walzer, Geschäftsführer des WCS-Gesundheitsprogramms, sagt, dies sei eine „globale Gesundheitspriorität, die nicht ignoriert werden kann“.

Was für tun können (und meiner Meinung nach müssen):

  • Märkte für lebende Wildtiere schließen
  • Bekämpfung des Wildtierhandels innerhalb und zwischen Ländern
  • gefährliches Konsumverhalten von Wildtieren ändern (vor allem in Städten)

© https://www.instagram.com/thewcs/stop pandemics inforgraphic

Fazit

Mir ist bewusst, dass das Problem mit Zoonosen ein globales ist und man sich als Einzelperson vielleicht denkt: „ja toll, und was genau soll ich jetzt da machen?“. Ich kann euch sagen wie: informiert euch. Bleibt dran an diesem Thema. Schaut, in welcher Art und Weise ihr der Natur helfen könnt, einen Beitrag dazu leisten könnt, um die Abholzung des Regendwaldes einzudämmen. Neue Lösungen finden. Neue Ideen haben. 

Mir ist außerdem bewusst, dass es Menschen gibt, die zur gegebenen Zeit auf den Verzehr von Tieren angewiesen sind und die Bekämpfung der genannten Probleme nicht „einfach so“ und ohne weitere Komplikationen von heute auf morgen umgesetzt werden kann. Deswegen müssen wir Aufklärung betreiben. Den Zusammenhang von menschlichem Verhalten und Naturkatastrophen und Pandemien herstellen.

Hoffentlich wird uns durch die problematische Zeit, die wir gerade durchmachen, bewusst, woran wir alle zusammen arbeiten müssen. Wir sitzen alle im selben Boot, wir alle finden Heimat auf diesem Planeten und es ist unsere Aufgabe, diesen wunderschönen Ort zu schützen und nicht zu zerstören – sonst wird er uns zerstören. Der Planet kann supidupi gut ohne uns überleben – WIR, die Menschen, sind der Parasit, der die Erde zerstört. Ich bin der festen Überzeugung, dass uns dieser Coronavirus als Zeichen gesandt wurde, damit wir endlich unsere Augen öffnen und sehen, was wir dem Planeten antun. Und meiner Meinung nach hat unser Konsumverhalten und unsere Ausbeutung der Tiere und Natur damit zu tun, dass wir uns gerade befinden, wo wir uns befinden. Wir müssen aufhören, Tiere zu essen und Wälder zu roden. Wir müssen aufwachen und diesen Planeten endlich als das Geschenk annehmen, welches es ist und ihn und dessen Lebewesen mit Liebe behandeln. Wir können extremst froh sein, dass wir hier sein dürfen. Lasst uns alle zusammen dem Planeten zeigen, dass wir doch n fuck geben oder wir werden in Zukunft in noch so vielen ähnlichen Situationen landen. Und ich glaube das sind wir uns einig, wenn ich sag: nein danke! Einmal Pandemie reicht mir. Oder? Unsere Kiddies haben das nämlich auch nicht verdient. Ok. Also all das hört sich jetzt natürlich extremst theatralisch an – ooopsie. Aber ich sprech aus meinem Herzen, ohne Witz… lasst uns alle einen Beitrag dazu leisten, dass wir die Erde wieder zu einem besseren Platz für ALLE Lebewesen machen! Vielen Dank. Und danke, dass sie zu meinem TED-Talk eingeschaltet haben.

Let’s save our beautiful planet together!

Job Mario

Love you guys!

Sanny over & out

P.S.: Liebe für unseren Planeten zeigen könnt ihr unter anderem (wie ihr natürlich wisst) mit dem Verzicht von Plastik wo es nur geht. Anja hat da was geschrieben.

Zoonose & wie wir zukünftige Pandemien verhindern

Quellen: https://www.treehugger.com/health/how-stop-pandemics-3-steps.html
https://medium.com/@WCS/emerging-zoonoses-and-the-risk-posed-by-wildlife-markets-5689b7ba7ee2
https://www.instagram.com/thewcs/
Thanks to CRYSTAL MIRALLEGRO

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