Drinking tea the British way

Wie uns allen vermutlich bekannt ist, lieben die Engländer ihren Tee. Ich glaube „lieben“ ist ehrlich gesagt sogar untertrieben. Sie vergöttern ihn. Ich dachte immer, es handelt sich um ein Klischee, die Engländer und ihr Tee (ha, das reimt sich ja). Aber nach 1,5 Jahren in England kann ich ohne Zweifel sagen: es ist definitiv kein Klischee, es ist die Wahrheit!

Das erste was meine Gasteltern morgens machen ist Teetrinken. Also, bevor sie aufstehen quasi. Der Wecker klingelt, der Mann steht auf, geht nach unten, betätigt den Wasserkocher, macht typischen englischen Breakfast-Tea und bringt ihn rauf zu seiner Frau, wo sie dann beide erst mal gemütlich im Bett fernsehen und Tee schlürfen. Erst dann, aber auch nur dann, kann man in den Tag starten. Nach einem Tee. Und es ist auch egal, ob es total stressig ist morgens und ob man eigentlich schon viel zu spät dran ist. Ohne Tee ist Funktionieren nicht möglich. Für Engländer ist Tee das Equivalent zu „unserem“ Kaffee.

Und was soll ich sagen…es heißt ja immer, man soll sich der Kultur in die man zuzieht anpassen. Ich beherrsche die Sprache, ich „queue“ für tatsächlich jeglichen Schmarrn ganz lieb und brav und seit Neuestem bin ich – wer hätte das gedacht – eine Teetrinkerin. Na ja, also Tee habe ich davor auch schon getrunken, aber ich meine so richtig: Ich habe weitestgehend meine täglichen 38 Kaffees durch Tee ersetzt. Das Verhältnis Kaffee : Tee beläuft sich mittlerweile auf ca. 1:3. Also auf den Tag gerechnet vermutlich so zwei Tassen Kaffee zu sechs Tassen Tee am Tag. Ich weiß nicht, ob es sich um einen Zufall handelt oder darum, dass es einfach nur saukalt wird und man ständig etwas Warmes trinken muss, oder ob ich mich tatsächlich einfach nur kulturell angepasst habe. Was auch immer, ich bin offizell Tee-verrückt!

 

Warum genau erzähl ich euch das jetzt? Na ja, ich will euch natürlich meine grandiosen Lebensereignisse und -entwicklungen niemals vorenthalten Außerdem, falls ihr mich denn hoffentlich bald mal besuchen kommt, müsst ihr natürlich wissen, wie das mit dem Tee trinken in Britain nun denn eigentlich richtig funktioniert. Weil yep, hier kann man so einiges falsch machen und ihr wollt doch nicht risikieren von meinen hoffentlich Bald-Landsleuten schief angeschaut zu werden? Na ja, das würde zwar eh nicht passieren, weil die Briten viel zu nett wären, um euch darauf aufmerksam zu machen, aber man will ja trotzdem niemals mit anderen Kulturen spaßen, gä?

Na ja, lange Rede, kaum Sinn: nun erfahrt ihr

How to drink tea the British way

  • Vor allem morgens gibt es ausschließlich English breakfast tea! Und nix anders neda!
  • Milch in den Tee!
  • Tunk nen Keks!

Know your facts about British tea (culture)

  • Der English breakfast tea ist zusammen mit dem Earl Grey hier der Beliebteste und wird nicht nur morgens sondern den ganzen Tag durchgehend getrunken
  • EBT: Mischung aus Assam, Ceylon und Kenianischen Tees; ziemlich stark
  • Earl Grey: Mischung aus chinesischem und indischem Schwarztee, enthält Bergamottöl; milder als English breakfast tea
  • Sagenhafte 98% der Engländer geben Milch in ihren Tee
  • „Builder’s brew“: extra stark, Milch & Zucker
  • „White without“: Milch, ohne Zucker
  • Bei dem zu tunkenden Keks handelt es sich bitte um einen typischen britischen „biscuit“ (z.B. Digestive oder RichTea) und nicht um einen amerikanischen „cookie“ oder ähnlichem
  • Am 21. April is „National Tea Day“ – Ich werde euch dran erinnern!
  • 84 % der britischen Population trinkt Tee jeden Tag
  • English breakfast tea enthält relativ viel Koffein
  • Beliebteste Tee Marken in England: Yorkshire Tea, Twinings

So liebe Tee-Freunde, ich hoffe euch hat meine kleine Geschichtsstunde einigermaßen gefallen. Ich find die ganze englische Teekultur eigentlich ziemlich interessant und bin ernsthaft davon angetan. Ich werd mir jetzt meinen bereits dritten Tee des Tages gönnen (mit Soyamilch!). Aber nicht ohne euch noch über diesen Mythos zu informieren, den die Engländer verbreiten: je schwächer der Tee den man trinkt, desto weiter oben befindet man sich auf der sozialen Leiter und die Einnahme von Zucker im Tee wird von vielen als ein unfehlbarer Indikator der unteren Klasse angesehen.

Habet die Ehre, liebe Grüße und Sanny out

P.S.: Happy Nikolaus Day

You may also like

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.