Die Wahrheit über Bio-Produkte

Liebe LeserInnen,

wie ihr ja bereits erfahren durftet wie sich meine Ernährung so gestaltet, könnte man vielleicht erahnen, dass ich mich mit dem Thema Essen viel beschäftige. Leider halten die meisten Menschen vegane Ernährung – aufgrund von mangelnder Information – für Unsinn und ungesund. Wie im letzten Post schon angeschnitten, scheint ja aber im Moment bei so Vielen der Trend zum „gesunden“ Essen zu gehen. Was genau jetzt essenstechnisch gesund und ist und was nicht – darüber lässt sich mit Sicherheit streiten. Ich werde hier nicht den Moralapostel spielen, da ich mich schließlich auch nicht zu 100 % vegan ernähre und meinen restlichen Lebensstil betrachtend… na ja, lassen wir das ;D

Aber eben dadurch, dass sich alle so gesund wie möglich ernähren wollen, greifen immer mehr Menschen zu Bio-Produkten. Alleine der Ausdruck „Bio“ hört sich schon so gesund an, also muss es schließlich auch gesund sein, oder?! Manche meinen vielleicht, dass man mit dem Kauf von Bio-Produkten sich selbst, der Umwelt und den Tieren etwas Gutes tut. Vielleicht beruhigt man ein bisschen das Gewissen, wenn man „Bio“ kauft. Denn irgendwie möchte man ja schon etwas gegen die Verhältnisse bei der Tierhaltung und für den Umweltschutz machen – aber ohne auf  tierische Produkte zu verzichten. Deswegen z.B. lieber Bio-Fleisch kaufen, als konventionelles. Der Gedanke an sich ist ja auf jeden Fall schon mal etwas Gutes. Aber leider werden wir meiner Meinung nach ziemlich getäuscht von all den Firmen, die diese Bio-Produkte vertreiben. In diesem Post möchte ich euch die wichtigsten Fakten zum Thema Bio ein bisschen näher bringen und zeigen, was eigentlich wirklich dahinter steckt.

Bio

Was heißt Bio?

Ein Produkt erhält ein Bio-Siegel nur dann, wenn es bestimmte, Auflagen erfüllt, z.B. die Tierhaltung oder den Anbau betreffend. Laut Wikipedia (Ja mei, das ist ja hier auch keine wissenschaftliche Arbeit 😉 ) müssen Produkte

  • aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen
  • dürfen nicht gentechnisch verändert sein
  • und werden ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln oder Kunstdünger angebaut.

„Tierische Produkte stammen von Tieren, die artgerecht gemäß EG-Öko-Verordnung und in der Regel nicht mit Antibiotika und Wachstumshormonen behandelt wurden.“

So viel zur Definition.

Ja und wo ist jetzt das Problem?

Da so ein Hype um Bio gemacht wird und immer mehr Menschen Bio kaufen, entsteht natürlich wie auf allen Gebieten, wo man Geld verdienen kann, ein großer Konkurrenzkampf zwischen den Firmen. Daraus ergibt sich wiederrum, dass die vorgegebenen Richtlinien für ein Bio-Produkt nur so knapp wie möglich von den Firmen erfüllt werden, d.h. zum Beispiel, dass ein Schwein in der Masthaltung nur die geforderten 2,3 m² zur Verfügung hat, keine 5 oder 4 oder 2,4 m², sondern genau diese 2,3. Denn je mehr Platz, desto mehr Kosten. Die meisten Verbraucher wissen nicht Bescheid darüber, dass der Unterschied zwischen Bio und Nicht-Bio z.B. bei der Schweinehaltung aus nur 1,65 m² mehr Bewegungsraum besteht. Wirklich sehr „artgerecht“ (Achtung, Ironie). Dieses Wort alleine schon…

Mich regt das so auf, dass kaum einer weiß, wie es auf solchen Höfen wirklich zugeht. Wenn man „Bio“ hört, denken die meisten wohl an freilaufende Kühe, die sich eines schönen Lebens erfreuen und einen „angenehmen“ Tod sterben.  Das ist aber leider definitiv nicht der Fall.

Auf Bio-Höfen werden  – genau so wie auf „normalen“ Höfen – männliche Küken geschreddert, Mutter-Kühen sofort nach der Geburt ihr Kalb entwendet und Tiere geschlachtet.

Deswegen lasse ich die Ausrede nicht gelten, wenn Menschen Fleisch essen und dann sagen: „Aber ich kauf‘  ja nur Bio!“. Fleisch ist Fleisch und jedes einzelne Mal musste ein Tier leiden und sterben. Das ist nun mal Fakt, ob Bio oder nicht. Diese Tiere haben kein schönes Leben. Und selbst wenn es so wäre– wenn eine Kuh ein schönes Leben hat, ist es trotzdem mies sie dann zu töten. Stellt euch das mal beim Menschen vor! Das ist kein Argument. Deswegen ist für mich auch Bio-Fleisch keine Alternative. Wenn ich jetzt noch ab und zu Fleisch essen will, muss ich halt entscheiden, ob es mir das schlechte Gewissen wert ist.

Und was ist mit dem Umweltschutz?

Ein Bio-Rind z.B. lebt im Durchschnitt länger als ein konventionelles Rind. Das heißt also auch, dass ein Bio-Rind länger umweltschädliche Gase ausstößt. Bei einem Vergleich der CO2 – Ausstöße von Bio-Rindern und konventionellen Rindern hat Foodwatch.org Folgendes festgestellt: der CO2-Ausstoß von einem Bio-Rind entspricht ca. dem einer 113,4 km langen Autofahrt, ein konventionelles Rind kommt auf nur 70,6 km.

Ein anderes Beispiel: Im Supermarkt liegen z.B. Bio-Äpfel aus Deutschland neben Äpfeln aus Neuseeland. Natürlich wird man denken, dass es zum Schutze der Umwelt besser wäre, die Bio-Äpfel zu kaufen, da die Äpfel aus Neuseeland erst eingeflogen werden mussten. Allerdings ist die Erntezeit von Äpfeln in Deutschland nur begrenzt, weswegen sie über Monate gekühlt werden müssen, damit wir das ganze Jahr über sie verfügen können. Daraus folgt, dass die Äpfel aus Neuseeland nicht so schädlich für unsere Umwelt sind, als die deutschen Bio-Äpfel.

Ist Bio denn gesünder als „normale“ Lebensmittel?

Ich habe hier einfach mal Stiftung Warentest (allerdings schon aus dem Jahr 2010) zitiert, die Tests an Biolebensmitteln durchgeführt haben:

„Biolebens­mittel sind nach den Qualitäts­urteilen unserer Tests im Durch­schnitt nicht besser als herkömm­liche Produkte. Auf beiden Seiten gibt es „sehr gute“, aber auch „mangelhafte“ Produkte – und das in recht ausgewogenem Maße. In die Statistik flossen die Qualitäts­urteile aus 52 Tests ein. Dabei prüften wir 249 biologische und 1 007 konventionelle Produkte unter anderem auf Schad­stoffe, Keime, Geruch und Geschmack“.

Das Problem mit dem Kupfer

„Viele Menschen glauben, Biobauern dürften keine Pestizide einsetzen. Doch auch sie kommen nicht ohne Gift aus, wenn Insekten oder Pilze ihre Ernte zerstören. Sie setzen lediglich keine synthetischen Gifte ein, also solche aus Chemiefabriken. Doch die Liste der im Biolandbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel umfasst Dutzende Stoffe, darunter pflanzliche Substanzen, Mineralöle, Bakterienstämme und Chemikalien. Kupfer wird hauptsächlich im Obst- und Weinbau und bei Kartoffeln eingesetzt. Weil Biobauern für bestimmte Pilzerkrankungen kein wirksames Fungizid zur Verfügung steht, spritzen sie Lösungen von Kupfersalzen. Im Schnitt 2,5 Kilogramm pro Hektar und Jahr im Weinbau und sechs Kilogramm im Obstbau.“ (Link zur Quelle)

Natürlich heißt das jetzt nicht, dass die im Zitat genannten Bio-Produkte nun schädlicher sind als „normale“ Produkte. Ich wollte nur aufzeigen, dass „Bio“ nicht heißt, dass keine Behandlung mit Pestiziden durchgeführt werden dürfen.

Was heißt das jetzt?

Meine Meinung zum Bio-Fleisch sollte sich schon gezeigt haben und ich mag jetzt auch nicht weiter darauf herumreiten 😉

Aber warum überhaupt dieser Post?

Mich nervt einfach, wenn die Gesellschaft hinters Licht geführt wird bzw einfach keine Aufklärung bezüglich alltäglichen Vorkommnissen oder Tatsachen besteht oder wenn nichts hinterfragt wird. Deswegen dieser kleine „Aufklärungspost“.  Ich sehe das ganze „Bio-Problem“ so: Produkte wie Bio-Nudeln, Bio-Haferflocken etc. sind für mich reine Geldmacherei der Firmen. Durch den Bio-Boom sind viele Menschen bereit, mehr Geld auszugeben aber persönlich denke ich, dass man hier eher für den Ausdruck „Bio“ zahlt, als dass man sich selbst, seiner Gesundheit und der Umwelt einen riesen Gefallen tut, denn Bio ist definitiv nicht automatisch gesünder oder besser. Es KANN, je nach Produkt – besser oder gesünder sein als ein konventionelles Produkt – MUSS es aber nicht. Man sollte immer im Einzelfall entscheiden und sich einfach mal informieren. Wenn man wirklich mehr Geld für gesunde Lebensmittel zur Verfügung hat, könnte man dies für frische regionale und saisonale Produkte ausgeben. Damit ist meiner Meinung nach die beste Lösung gefunden – kein Schaden für Tiere und unsere Bauern, Gesundheit und Umwelt sind glücklich 🙂

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1 comment

  1. liebe ina
    hier muss ich dann meinen senf dazu geben
    wie du bereits festgestellt hast – ist nicht alles was glänzt bio – aber – es gibt verschiedene biosiegel, mit verschiedenen vorschriften.

    beim ackerbau ist bio immer besser als normal – es darf wenigstens kein glyphosat eingesetzt werden sowie viele andere giftstoffe.
    dass jeglicher ackerbau irgendwelche hilfsstoffe braucht, weil sonst der acker leer ist -es sind alles monokulturen – schädlinge vermehren sich bestens – kann man sich doch denken.
    allerdings müssen beim bioanbau – ich kenn jetzt aber explizit nur einige vorschriften von demeter – das „bessere“ bio -fruchtfolgen eingehalten werden. das bewirkt , dass der boden nicht ausgelaugt wird, ( jede pflanze hat andere ansprüche) sich keine bodenschädlinge vermehren – jede kultur hat ihre eigenen schädlinge usw – allein dadurch braucht man weniger gift gift und dünger, der boden bleibt „lebendig“ – kein verdichtetes, totes substrat wie zb beim mais anbau.

    zur rinderhaltung -würden rinder nicht gemästet, sondern ausnahmslos mit gras und heu gefüttert, wäre ihre ökobilanz sogar positiv – allerdings wachsen die dann langsamer, was gut für die fleischqualität nicht für den provit ist.

    zur schweinehaltung – man bekommt immer wieder schweine aus freilandhaltung oder offenstall – leider etwas teuerer- denn es sind meist alte rassen, die nicht so stressanfällig sind und auch kälte gut vertragen – leider meist etwas fetter!

    bei geflügel ist der qualitätsunterschied sicher am grössten – grünfutter macht die beste qualität!
    gute öko-betriebe ziehen 2-nutzungs hühner gross (zb les bleus) die weiblichen legen eier – die männlichen werden gemästet.
    zum preisunterschied -hochleistungs-hybriden werden nach ca 6 wochen!!! geschlachtet -normale bauernhof-hähnchen nach 5 monaten. die les bleus – eine alte französische rasse, liegen irgendwo da´zwischen – so im bereich 4 monate.

    es macht also sinn, ganz genau hinzuschaun , was man kauft – und ansonsten – fleisch muss nicht jeden tag auf den tisch – es ist auch gut als „beilage“

    lg edith –
    esse am liebsten fleisch von tieren, die ich persönlich kenne!

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