Fleischkonsum: Innereien

Ganz ehrlich: Ich weiß nicht, wie meine Reaktion gewesen wäre, wenn ichs vorher gewusst hätte! Es flatterte eine Eventeinladung in mein Postfach: „Pop-Up-Restaurant“, „Fleisch“, „München“ waren die Schlagwörter. Ich so: „Hey, da sind Sommerferien! Ich hab´ Zeit, da geh´ ich doch hin! Gibt bestimmt geiles Food und ich treffe zusätzlich noch tolle Münchner Foodblogger.“ Dass der Fokus beim Essen auf Innereien gelegt wurde, das erfuhr ich erst als ich schon am Tisch saß…

Fleischkonsum und ich

fleischkonsum by vincent fricke

Ich esse Fleisch, ja. Allerdings wirklich sehr, sehr selten. Unabsichtlich koche ich nämlich ganz gerne mal zwei Wochen am Stück vegetarisch, bis  – oft vom Hausherren gewünscht – mal wieder  Fleisch auf den Tisch kommt. Ich bin also sowieso kein großer Fleischesser. Als Kind, war das einzige „Fleisch“, das ich überhaupt gegessen habe: Cordon Bleu. Naja, ist ja mit Käse (my sweet, sweet love!) gefüllt…. Wenn ich Fleisch konsumiere, dann nur in Maßen (nicht Massen, Herrschaften!) und vom örtlichen Metzger.

Regionalität und bewusster Konsum, das sind zwei Begriffe, die man sich selbst als Fleichkonsument ja sehr gerne auf die Fahne schreibt. Ich natürlich auch. 🙂 Dass das nicht genug ist, wissen wir vermutlich alle.

Sehr interessant finde ich dazu den folgenden Beitrag zu Hühnerfleisch von Quarks & Co. und oute mich hiermit als riesiger Fan von Ranga Yogeshwar! Schaut mal ab Minute 25-29 in den Film. Die weltweiten Zusammenhänge zwischen Fleischkonsum, Futtermittel und die Problematik, dass wir nur bestimmte Teile des Fleisches verwerten, werden hier sehr schön erläutert.

From nose to tail

Eine Gegenbewegung dazu ist die Gesamtverwertung eines Tieres oder auch der Konsum „From nose to tail„. Das beinhaltet natürlich auch die Verarbeitung von Fleisch, das gerade nicht in Mode ist: z.B. Herz, Zunge, Niere usw.

Und jetzt kommt Vincent Fricke ins Spiel! Ich zitiere mal eben aus der Menükarte des Kick-Off-Events: „From nose to tail ist das Motto – mittlerweile viel darüber gesprochen und doch noch zu wenig verbreitet und noch viel zu wenig umgesetzt.

Seine Mission: Mit Hilfe eines Pop-Up-Restaurants den Münchnern (und München-Besuchern) Fleischteile schmackhaft machen, die man eventuell sonst eher nicht essen würde oder vielleicht sogar bei dem Gedanken daran ein klein bisschen Ekel verspürt.

Unser Menü

Wir durften also vorab ein 4-Gänge-Menü testen und ich präsentiere euch hier zunächst die Menükarte:

menü fleischkonsum

Vor dem Event hatte ich noch nie Herz, Kalbsbries oder Schweinebacke gegessen. Also gleich eine dreifache Premiere für mich. Aber ich liebe es neue Gerichte und Geschmäcker auszuprobieren, denn meistens mundet es mir sehr! Also habe ich mich natürlich auch an die verschiedenen Gänge gewagt. Es folgen die Bilder und mein Fazit:

Radieserl / Butter / Brot:

Radieschenbrot

Bun Bao / Brust & Herz / Ingwer / Braune Butter / Blaukraut / Koriander:

bun bao

Mein Lieblingsgang! Ja, es ist Herz aber – shame on me oder auch nicht – es schmeckt fantastisch! Im Endeffekt ist das Herz ja auch nur ein Muskel wie jedes Filetstück auch und noch dazu ein stets gut trainierter. 🙂 Die Kombination mit Blaukraut (den Koriander habe ich einfach nicht mitgegessen…) in diesem Asia Bun hat mir vorzüglich geschmeckt! Das würde ich mir im Restaurant sofort wieder bestellen. Also meine klare Empfehlung.

Kalbsbries / Velouté / Flusskrebs / Kapern

kalbsbries

Was ist eigentlich Kalbsbries? Bries ist einfach eine andere Bezeichnung für die Thymusdrüse im Körper. Auch der Mensch besitzt eine Thymusdrüse, die im Bereich des Brustbeins angesiedelt ist und für die Immunabwehr zuständig ist. Im „Erwachsenenalter“ bildet sich die Thymusdrüse zurück bzw. wird durch Fettgewebe ersetzt. Deshalb findet man nur Lammbries, Kalbsbries usw. und kein Rinderbries, denn das wäre nicht sehr genießbar.

Kalbsbries hat mir ebenfalls gut geschmeckt, allerdings empfand ich die etwas schwammige Konsistenz als gewöhnungsbedürftig. Das würde ich vermutlich, wegen der Konsistenz und nicht wegen des Geschmacks, eher nicht nochmal essen.

Schweinebacke / Madeira / Artischocke / Kartoffel

schweinebacke

Ein wirklich sehr leckeres Gericht! Hat mich geschmacklich ziemlich an einen Braten erinnert und mit dem superguten Artischockenpüree war die Schweinebacke einfach sehr, sehr lecker. Das Fleisch war einfach so perfekt, dass ich sehr gut ausblenden konnte, dass ich gerade auf dem Gesicht von einem Schwein herumkaue. Diese Kombination würde ich jederzeit wieder essen und kann ich ebenfalls nur empfehlen!

Fleischkonsum Pop-Up-Restaurant

fleischkonsum

Und wenn ich euch jetzt neugierig gemacht habe und ihr euch selbst ein Bild von den leckeren Fleischkreationen machen wollt, dann aufgepasst:

Wo?

Pop-Up-Restaurant Fleischkonsum
Nudo
Amalienstr. 53
80799 München

Wann?

Von 24.08. bis einschließlich 03.09.

Wie?

Es wird jeden Abend 3-5 Gänge an verschiedenen Fleischspezialitäten geben.
Bestellung erfolgt à la carte.
Reservierung wäre ratsam 🙂 Bei Vincent direkt: 0177 7288667 oder bairischstew@gmail.com

Wer?

Vincent Fricke (Instagram)
https://vincentfricke.com

Noch mehr „Vincent“-Projekte:
http://bairischstew.com
https://sonntagsbraten.org/

Ich (mit Sommerhaaren) und Vincent in schummriger Beleuchtung :)
Ich (mit Sommerhaaren) und Vincent in schummriger Beleuchtung 🙂

Münchner Foodblogger

Auf dem Kick-Off-Event durfte ich auch einige Münchner Foodblogger persönlich kennenlernen. Schaut doch gerne mal auf ihren Blogs vorbei, es lohnt sich!
The Queen of Pasta: Sabine von Pastamaniac
Kunst, Kultur und Kulinarik aus München: Gerhard vom Isarblog
Lecker Food und unglaublich tolle Fotos: Julia von Delicious Storys

Innereien essen? Ja, nein, vielleicht?!

Dieser Post entstand nach einer Eventeinladung von Vincent Fricke/Fleischkonsum. Texte, Bilder und Meinungen sind wie immer meine Eigenen!

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9 comments

  1. Super schöner Bericht! Mir geht’s beim Thema Innereien und Herz genau wie dir. Bin erstmal skeptisch, aber wenn man es dann probiert, schmeckt es halt doch sehr gut.
    Freu mich auf unser nächstes Treffen!

  2. Ich find die Idee auch super und obwohl ich Fleischesser bin, also schon ziemlich oft Fleisch esse, war es für mich ebenfalls eine Überwindung die nicht so modernen Fleischpartien zu essen. War dann aber positiv überrascht! Sehr schöner Beitrag, bis bald!

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