Australien Red Centre Roadtrip

Australiens Zentrum ist kein Ort, den man „mal eben“ besucht. Es ist ein Gefühl. Weite. Hitze. Staub. Und dieses tiefe Rot, das selbst nach Tagen noch in den Schuhen steckt. Unser Australien Red Centre Roadtrip führte uns nach Alice Springs, durch die MacDonnell Ranges, zum Kings Canyon und schließlich zum Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark, also einmal quer durch das Herz des Kontinents.

Australiens Zentrum – unterwegs im Red Centre

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Ankunft in Alice Springs – mitten im Nirgendwo

Alice Springs liegt 7,5 Stunden vor der deutschen Zeit. Schon beim Landeanflug war uns klar: Hier draußen gelten andere Regeln. Der kleine Flughafen ist umgeben von nichts als rotem Wüstensand. Kein Grün, kein Meer, kein Großstadtgefühl. Nur Weite.

Ganz wichtig: Ein Mietwagen mit 4 Wheel Drive ist hier kein Nice-to-have, sondern Pflicht für einen entspannten Australien Red Centre Roadtrip. Viele Straßen sind unbefestigt, abgelegen und fordern sowohl Auto als auch Fahrer. Und selbstverständlich fährt man hier auf der linken Straßenseite. Was angesichts dessen, dass hier sehr wenig Verkehr herrscht, absolut kein Problem dargestellt hat.

Wir übernachteten in einem günstigen Motel in Alice Springs. Die Stadt ist klein und erinnerte uns ein wenig an die Städtchen in den USA. Es gibt viele Fastfood-Läden und die Stadt wirkt insgesamt etwas abgeranzt. Im August herrschten tagsüber angenehme 25 °C. Nachts wurde es in der Wüste allerdings sehr frisch und die Temperaturen fielen fast bis zum Gefrierpunkt. Ich würde auf jeden Fall eine Reise im australischen Winter empfehlen, denn im Sommer hat es hier gut und gerne über 45°C und Wanderungen etc. werden aus Sicherheitsgründen ab 11:00 Uhr geschlossen.

Alice Springs entdecken

Der erste Stopp führte uns auf den Anzac Hill, einen Aussichtspunkt direkt in der Stadt. Von hier aus blickt man über Alice Springs und die umliegenden Berge der MacDonnell Ranges. Besonders morgens oder zum Sonnenuntergang ein schöner Einstieg.

Ein echtes Highlight ist der Alice Springs Desert Park. Der weitläufige Natur- und Tierpark zeigt Flora und Fauna aus Zentralaustralien: Dingos, Emus, Kängurus, Bilbys, Numbats, zahlreiche Vogelarten, Echsen und sogar Pythons. Ergänzt wird der Besuch durch eine Kinovorstellung über die MacDonnell Ranges sowie eine Free-Flying-Bird-Show. Hier verbrachten wir einen ganzen Tag, um uns australisches Wildlife anzusehen, von dem wir in der freien Natur tatsächlich komplett verschont geblieben sind.

Wer mit der Drohne unterwegs ist, sollte wissen: Drohnenflüge sind nur mit Permit erlaubt. Wir haben uns die Erlaubnis für das Northern Territory bereits vorab online eingeholt.

Zum Durchatmen zwischendurch eignet sich der meist trockene Todd River in Alice Springs. Entlang des Flussbetts stehen Bänke, die perfekt für einen kleinen Snack im Schatten sind.

Kamelritt durch die Wüste

Ein bisschen kitschig, aber wunderschön, war unser Kamelritt durch die Wüste. Sanftes Schaukeln, endlose Landschaft und das Gefühl, komplett aus der Zeit gefallen zu sein. Allerdings nicht ganz günstig, und das obwohl im Zentrum Australiens eine Kamelplage herrscht.

East MacDonnell Ranges

Östlich von Alice Springs warten die East MacDonnell Ranges, die landschaftlich wirklich beeindruckend sind. Wir besuchten folgende Spots:

  • Emily Gap: Eine schmale Felsspalte mit eiskaltem Wasser, eine echte Überraschung in der Hitze.
  • Jessie Gap: Ideal für eine kurze Wanderung durch die Schlucht.
  • Trephina Gorge Nature Park: Die letzten Meter der Zufahrtsstraße sind nur mit 4WD zu bewältigen. Im Park selbst führt ein ca. 2 km langer Rundwanderweg über Felsen, einen Bergkamm und durch ein trockenes Flussbett. Mit etwas Glück entdeckt man bunte Papageien.

Was allerdings nicht zu unterschätzen war: die Fliegenplage. Ohne Fliegennetz wird es schnell anstrengend. (Allerdings noch kein Vergleich zu nördlicheren Orten im Northern Territory).

Der östlichste Punkt unserer Tour war das Arltunga Historical Reserve, eine ehemalige Goldgräberstadt. Die letzten 40 km führen über eine anspruchsvolle Dirt Road, für die wir knapp zwei Stunden benötigten. Vor Ort erwarten einen verlassene Steinhaufen, leere Häuser und große Hitze. Insgesamt eher unspektakulär, aber geschichtlich interessant. Mit dem Auto lassen sich einzelne Stationen anfahren.

West MacDonnell Ranges

In den West MacDonnell Ranges haben wir folgende Spots besucht:

  • Simpsons Gap: Eine markante Felsenkante mit Bäumen und Wasserbecken.
  • Stanley Chasm: Eine extrem schmale Schlucht mit steilen, leuchtend orangenen Felswänden (Eintrittspflichtig). Danach führt ein leichter Wanderweg durch die ausgetrocknete Klamm. Wer es sportlicher mag, kann einen anspruchsvollen Teil des Larapinta Trails (230 km Fernwanderweg)gehen. Ein Stufe 3 Trail mit viel Kletterei. Mit unserer damals 4-jährigen Tochter (knapp fünf), sind wir den Trail bis zur Bergspitze hochgewandert, um eine spektakuläre Aussicht zu genießen.
  • Ellery Creek: Perfekt, um die Füße ins eiskalte Wasser zu halten.
  • Serpentine Gorge: Ein kurzer, etwa 1 km langer Weg mit Kraxelpassagen zu einem Aussichtspunkt.

Australien Red Centre Roadtrip zum Kings Canyon

Von Alice Springs aus ging es weiter zum Kings Canyon. Für die Durchfahrt durch Aborigine-Land benötigt man den Mereenie Tour Pass, erhältlich im Visitor Information Center in Alice Springs (Kosten: 5 AUD).

Die Strecke ist ca. 380 km lang. Während der ersten Abschnitte gibt es einige Aussichtspunkte, doch die letzten 220 km führen über Dirt Roads. Mehr als 60 km/h sind hier kaum möglich, weshalb Fahrkönnen und Geduld gefragt sind. Insgesamt dauerte die Fahrt rund 7 Stunden.

Übernachtet haben wir auf der Kings Creek Station, wo wir Glamping pur genossen. Die großen Zelte liegen etwa 3 km vom Haupthaus entfernt, mitten im Nirgendwo, und verfügen über Klimaanlage, Kühlschrank sowie ein eigenes Bad mit Dusche.

Am Kings Canyon gibt es mehrere Wanderungen. Wir entschieden uns für den Rim Walk: 6 km, 3–4 Stunden, Stufe 4. Viel Klettern, aber spektakuläre Ausblicke und definitiv eines der Highlights der Reise.

Uluru-Kata Tjuta Nationalpark

Die Fahrt von Kings Canyon nach Yulara erfolgte über sehr gut ausgebaute Straßen. Hier sind 110 km/h problemlos möglich.

In Yulara gibt es einen Aussichtspunkt mit Blick auf den Uluru, der früher Ayers Rock genannt wurde. Besonders magisch wird es am offiziellen Sunset Point, wenn sich der Monolith im Abendlicht verfärbt. Yulara haben wir trotz der Abgelegenheit als sehr touristisch empfunden. Von hier aus starten alle Besucher, die in den Nationalpark wollen, was die Hotel-, und Essenspreise sehr in die Höhe treibt.

Im Nationalpark sind außerdem Helikopterflüge möglich oder verschiedene Wanderungen rund um die Sandsteinformationen. Direkt am Uluru kann man einen kurzen Walk von ca. 1 km machen oder den kompletten Rundweg (ca. 10 km) gehen. Alternativ werden auch Segway-Touren angeboten. Zum Eintritt in den Park benötigt man einen Parkpass, der drei Tage gültig ist. Kinder sind kostenlos und Erwachsene kosten aktuell 38 AUD pro Person.

Bei den Kata Tjuta entschieden wir uns für den Valley of the Winds Walk. Offiziell mit 7,4 km ausgeschrieben, Stufe 4. Tatsächlich waren es über 9 km, da der Weg vom Parkplatz nicht eingerechnet wurde. Der Trail führt mitten durch die riesigen Sandstein-„Köpfe“, über Stock und Stein. Sehr anstrengend, aber beeindruckend und für unsere knapp 5-jährige Tochter gerade so machbar. Würde es trotzdem jederzeit wieder machen.

Zurück nach Alice Springs und Ende von dem Australien Red Centre Roadtrips

Die direkte Verbindung von Yulara nach Alice Springs über die Highways dauert etwa 4 Stunden. Damit schließt sich der Kreis, und der Red Center Way ist erfolgreich abgeschlossen.

Australiens Zentrum ist teilweise sehr touristisch und dann wiederum bietet es das komplette Outback-Feeling und ist absolut eine Reise wert!

Auch der Westen Australiens oder Tasmanien sind definitiv eine Reise wert. Schaut euch gerne meine Beiträge und Tipps zu diesen Reisen hier auf dem Blog an!

Reisetipps Australien Zentrum

Liebe Grüße, Ina

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